Der Kleiderschrank – das schwarze Loch!

Wer kennt das nicht – zumindest unter dem weiblichen Teil der Bevölkerung ist es ein weit verbreitetes Phänomen – man steht vor einem eigentlich vollen Kleiderschrank und hat trotzdem irgendwie nichts anzuziehen. Gefühlt herrscht gähnende Kombinationsleere, nichts scheint heute zueinander oder zur Stimmung zu passen. Also wird beim nächsten Stadtbummel Neues angeschafft und verschwindet in der schwarzen Leere. Wenn das Kleidungsstück Glück hat, sieht es maximal ein bis zweimal das Tageslicht, aber durchaus einige Teile verschwinden, bis man sie irgendwann beim Ausräumen mit Etikett versehen erstaunt in der Hand hält. Kommt vor 🙂

Was also tun? Eigentlich ist jetzt der perfekte Zeitpunkt um sich dem Thema zu widmen. Draussen ist es regnerisch und kalt, auch lauern in den Geschäften keine neuen Verführungen. Wer denkt, ausser den Händlern, im Januar schon an Sommergarderobe und den Winter hat man ja eigentlich reichlich im Schrank.
Natürlich kann man auch ein schönes Schnäppchen machen, aber bevor sich das Schnäppchen als Futter für das schwarze Loch entpuppt, sollten Sie sich ein paar Dinge klar machen.

Passt das Teil wirklich gut?
Bloß nicht denken, dass Sie sich da schon reinhungern. Das Stück wird unweigerlich in der Kiste mit der Kleidung ‚wenn ich wieder schlank bin‘ landen

Ist es im nächsten Winter noch modern?
Sonst bleibt nicht viel Zeit es zu tragen und es landet im Second Hand Sack.

Ist die Qualität gut?
Die Wartezeit im Laden und die Wartezeit bis zum nächsten Herbst sorgt sonst gern mal für unschöne Knötchen, Fäden oder glänzende Stellen.

Ist es ein Basic mit guter Qualität und Passform?
Fühlen Sie sich richtig wohl darin und haben Sie mindestens 3 Kombinationsmöglichkeiten im Schrank, sollten Sie das Teil kaufen, dann ist es wirklich ein lohnenswertes Schnäppchen.

Jetzt zum Schrank im Januar.
Räumen Sie den Schrank einmal komplett aus und sortieren Sie nach

Kann weg (unmodisch, kaputt, falsche Farbe, zu eng oder Sie fühlen sich nicht wohl darin)
Was immer ‚Kann weg‘ bedeutet, ob Altkleidersammlung oder Second Hand oder die in Zukunft- Schlank- Kiste. Eine gute Idee ist es auch gut erhaltene Stücke z.B. in ein Frauenhaus zu geben oder sich an der nächsten Flüchtlingsstelle zu erkundigen was gebraucht wird.

Weiß nicht ( Sie können sich nicht trennen, haben das Teil aber mindestens ein Jahr nicht getragen) ‚Weiß nicht‘ ist eine Kiste die Sie außer Sichtweite in den Keller stellen sollten. Haben Sie die Sachen ein Jahr nicht vermisst, kann Sie weg…Manchmal hilft es auch die Dinge von diesem Stapel ganz bewusst mal einen Tag wirklich zu tragen und zu schauen, wie wohl oder unwohl Sie sich damit fühlen. Das Gefühl verschwindet auch in einem Jahr nicht…dann kann das Teil direkt in die Kiste ‚Kann weg‘

Kann bleiben Alles was nun auf diesem Stapel liegt, sollten Sie auf Kombinationen prüfen. Nehmen Sie sich z.B. eine besondere Bluse und kombinieren Sie mal wild durch den Kleiderschrank, versuchen Sie bewusst mal andere Kombinationen, als die die Sie immer tragen. Bluse solo, Bluse mit Poncho, mit Pulli, mit Strickjacke, mit Blazer, mit Turnschuhen, mit Highheels, mit Lederhose, mit Jeans… u.s.w. Wagen Sie etwas Neues und entdecken Sie dabei, dass nicht nur die Kleidungsstücke, sondern auch Sie selbst viele Facetten haben

Die Kombinationen in denen Sie sich gut fühlen fotografieren Sie einmal für sich vor dem Spiegel.

Das können Sie mit allen Teilen oder mit einigen Lieblingsteilen mal durchprobieren. Das dauert ein bisschen, aber an einem dunklen verregneten Sonntag z.B. wäre es doch vielleicht ein Programmpunkt.

Sie werden erstaunt sein wie viele neue Kombinationsmöglichkeiten Sie aus den eigenen Beständen entdecken und mit wie wenig Handgriffen, Altbewährtes neu in Szene gesetzt werden kann.

Die Fotos helfen ungemein dabei sich später auch an alle Ideen zu erinnern. Wenn es morgens schnell gehen muss und die Kreativität noch schlafen liegt greift man sonst doch zu den altbekannten Kombis.

Mit Hilfe des Bildes, wissen Sie immer sofort wie gut Sie sich in der Kombination gefühlt haben.

Empfehlenswert ist ein Block neben dem Smartphone, um die Teile zu notieren, die wirklich fehlen um Kombinationen zu vervollständigen.
Kaufen Sie immer in Gedanken um das herum, was Sie schon haben. So ergänzen Sie Schritt für Schritt Ihre Garderobe und machen nicht mit neuen Einzelteilen neue Fässer auf.
Viel Erfolg und Spaß beim Probieren!

Foto: iStock_000017381367 © Ilya Terentyev S

  • Liebe Frau Niermann,
    das sind ja ganz tolle Tipps, vielen Dank dafür! Nun habe ich den ganzen Sonntag damit verbracht meinen Kleiderschrank frühlingsfrisch zu machen und bin erstaunt was ich für tolle neue Kombinationen gefunden habe.

    • Liebe Frau Schmitt, wie schön! Da ist man doch erstaunt was sich alles verbirgt oder?
      Einen wunderbaren Frühling mit vielen neuen Kombiideen!
      Herzliche Grüße
      Susanne Niermann

Trage ein Kommentar ein

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.